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Bewilligung ausgelaufen, Folgebescheid fehlt: weiterbetreuen oder stoppen?

NR
Nils Rieter · Gründer von Lotsana, IT-Unternehmer aus dem Raum Köln. Baut Fachsoftware für ambulante soziale Dienste und schreibt hier über die Praxis dahinter.

Freitag endet die Bewilligung, der Folgebescheid liegt beim Amt „in Bearbeitung", und Montag um acht steht deine Fachkraft bei der Familie. Weiterarbeiten und hoffen? Stoppen und die Familie hängen lassen? Kaum ein Träger-Problem ist existenzieller, und kaum eines wird seltener sauber erklärt.

Stand: Juli 2026. Praxiswissen, keine Rechtsberatung. Im konkreten Streitfall: Fachanwalt für Sozialrecht.

Die unbequeme Grundregel

Ohne Bewilligung kein Vergütungsanspruch. Der Bescheid ist die Rechtsgrundlage deiner Abrechnung; endet er, arbeitest du rechtlich erst einmal auf eigenes Risiko. „Das Amt hat doch gesagt, wird schon" ist kein Zahlungsanspruch. Deshalb ist jede Stunde in der Lücke eine unternehmerische Entscheidung, keine Formalie.

Was in der Lücke trotzdem trägt

Die Entscheidungshilfe für den Montagmorgen

  1. Folgeantrag rechtzeitig gestellt, Bedarf unverändert, Amt signalisiert Fortführung? → Weiterbetreuung ist meist vertretbar. Hol dir die Zwischenzusage schriftlich und dokumentiere jede Stunde besonders sauber.
  2. Bedarf strittig, Kürzung angekündigt oder Antrag verschleppt? → Stopp-Gespräch mit Familie und Amt, Hinweis auf Selbstbeschaffung, ggf. schriftliche Kostenübernahme der Familie für die Übergangszeit. Hart, aber ehrlicher als monatelang unbezahlt zu arbeiten.
  3. Kinderschutzrelevanz? → Bei Gefährdungslagen nie einfach beenden: Amt schriftlich informieren, dass die Betreuung ohne Bescheid endet und welche Risiken das birgt. Diese Mail verschiebt die Verantwortung dorthin, wo sie hingehört.

Die eigentliche Lösung: Die Lücke gar nicht entstehen lassen

Fast jede Bewilligungslücke ist ein Terminproblem, kein Rechtsproblem. Ämter brauchen je nach Auslastung vier bis zwölf Wochen für Folgebescheide, oft inklusive Hilfeplan- oder Gesamtplangespräch. Daraus folgt die Träger-Regel:

Wann das Kontingent rechnerisch leer ist – und ob das vor oder nach dem Bewilligungsende passiert – zeigt der Stundenkontingent-Rechner.

Wer das für jede Maßnahme von Hand in einem Kalender pflegt, vergisst irgendwann eine. Deshalb gehört das Bewilligungsende als überwachtes Datum in dein System, nicht in den Kopf der Leitung.


In Lotsana hat jede Maßnahme ihr Bewilligungsende, und das Dashboard warnt rechtzeitig vor auslaufenden Bewilligungen samt Restkontingent. Die 8-Wochen-Regel läuft dann von selbst. 30 Tage kostenlos testen.

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Stand: 7. Juli 2026. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Verfahren sind regional unterschiedlich; maßgeblich sind die Auskünfte deiner Kostenträger.