Versiegelte Unterschriften – und wie Sie ein Siegel prüfen
Diese Seite richtet sich an Prüfer, Kostenträger und Träger, die einen von Lotsana erzeugten Leistungsnachweis mit elektronischer Unterschrift vorliegen haben.
Zwei Unterschriften, zwei verschiedene Siegel
Das ist der wichtigste Punkt dieser Seite, weil beides im Alltag „Nachweis“ heißt und Verschiedenes bedeutet.
- Die einzelne Leistung. Ein einzelner Einsatz wird in der Software unterschrieben. Die Prüfsumme deckt hier die Daten des Einsatzes ab, also Datum und Zeiten (oder die Menge, wenn ohne Uhrzeit gebucht wird), Pause, Tätigkeit und die FLS-Klasse (direkt oder indirekt), dazu den Namen der unterschreibenden Person, den Zeitpunkt und das Unterschriftsbild.
- Der Monatsnachweis. Der Kostenträger zeichnet den Nachweis eines ganzen Monats gegen, entweder über einen Freigabe-Link ohne Anmeldung oder vor Ort auf dem Tablet. Die Prüfsumme deckt hier den Nachweis-Datensatz, den Monat, den Namen der gegenzeichnenden Person und den Zeitpunkt ab. Die einzelnen Leistungen des Monats gehen nicht in diese Prüfsumme ein.
So prüfen Sie ein Siegel
- Am Dokument: Ist ein Monatsnachweis gegengezeichnet, trägt er unten einen Block mit dem Namen der gegenzeichnenden Person, dem Zeitpunkt, der Herkunft (Portal oder vor Ort) und der gekürzten Prüfsumme, in dieser Form:
Elektronisch gegengezeichnet: Vorname Nachname, 15.01.2026 14:20 Uhr (Portal)und darunterDigital versiegelt, Pruefsumme abcdef123456. Name, Zeitpunkt und Prüfsumme in diesem Beispiel sind erfunden; auf Ihrem Dokument stehen dort die Angaben Ihres Vorgangs. Das gilt für das PDF aus dem Freigabe-Portal wie für den Ausdruck aus der Software. Fehlt dieser Block, wurde der Monatsnachweis nicht elektronisch gegengezeichnet. Steht über dem BlockGegenzeichnung (entwertet)und darunter eine Zeile, die mitENTWERTET ambeginnt, dann gab es eine Gegenzeichnung, sie gilt aber nicht mehr; der Grund steht in derselben Zeile. - „Pruefsumme“ und „Prüfsumme“ meinen dasselbe. Auf dem PDF steht das Wort ohne Umlaut, in der Software und im Freigabe-Portal steht es mit. Das ist eine bewusste Schreibweise im Druck, keine technische Grenze: Umlaute stehen sonst sehr wohl auf dem Dokument, die Spalte „Tätigkeit“ etwa trägt ihres. Wenn Sie in einem Dokument oder auf dem Bildschirm nach dem Wort suchen, suchen Sie nach beiden Schreibweisen. Am Inhalt und an der Gültigkeit des Siegels ändert das nichts.
- Ein fehlendes Unterschriftsbild ist kein fehlendes Siegel. Beim Freigabe-Link ist das Malen mit Maus oder Finger freiwillig. Wer nur seinen Namen einträgt, hat gültig gegengezeichnet, und die Prüfsumme ist genauso vollständig. Maßgeblich ist der Block mit Name, Zeitpunkt und Prüfsumme, nicht der gemalte Strich.
- In der Software: In der Akte steht im Reiter „Leistungen“ zu jeder Leistung eine Spalte „Unterschrift“: „unterschrieben“ mit Zeitpunkt und Namen, sonst „offen“. Einen dritten Zustand „entwertet“ gibt es dort nicht, eine entwertete Unterschrift steht wieder auf „offen“. Die Prüfsumme einer einzelnen Leistung sehen Sie, wenn Sie deren Unterschrift öffnen. Den Stand aller Monatsnachweise samt Gegenzeichnung, Zeitpunkt und Prüfsumme zeigt die Übersicht „Leistungsnachweise“; dort kennt die Spalte „Gegenzeichnung“ sehr wohl drei Zustände, weil ein entwerteter Monat sich von einem nie gegengezeichneten unterscheiden muss.
- Im Zweifel: Der Träger kann im Änderungsprotokoll (lückenlos, mit Vorher- und Nachher-Werten und untereinander verkettet) nachweisen, wer wann was geändert hat. Prüfsumme, Unterschrift und Änderungsprotokoll zusammen ergeben die Beweiskette.
Technischer Hintergrund (für IT-Prüfer)
Verfahren: SHA-256, gespeichert als signatur_hash an der Leistung und als unterschrift_hash an der Monatsfreigabe. Die Eingangsdaten unterscheiden sich, wie oben beschrieben: an der Leistung die abrechnungsrelevanten Felder des Einsatzes plus Name, Zeitpunkt und Unterschriftsbild, an der Monatsfreigabe Datensatz, Monat, Name, Zeitpunkt und Unterschriftsbild. Ist kein Bild vorhanden, geht an dieser Stelle ein leerer Wert ein.
Zur Verfahrensweise, damit es keine Missverständnisse gibt: Die Prüfsumme wird beim Unterschreiben einmal berechnet und gespeichert. Sie wird beim Anzeigen nicht automatisch nachgerechnet und mit den Daten verglichen. Sie ist ein Abdruck des Vorgangs, kein Live-Wächter. Die laufende Kontrolle leistet die Entwertung, und die gibt es auf beiden Ebenen: an der einzelnen Leistung, sobald eines ihrer versiegelten Felder geändert wird, und an der Monatsfreigabe, sobald sich der gegengezeichnete Monat ändert, also wenn eine seiner Leistungen geändert, hinzugefügt, gelöscht oder verschoben wird. Maßgeblich sind auf beiden Ebenen dieselben Felder (Datum, Zeit, Menge, Pause, Tätigkeit, FLS-Klasse); eine geänderte Leistungsbeschreibung entwertet nichts. Dazu kommt das durchgängige Änderungsprotokoll. Wer eine Prüfsumme nachrechnen lassen möchte, kann das beim Träger anfordern.
Stichtag für die Feldliste einer einzelnen Leistung: 21.08.2026. Bis zu diesem Tag ging die FLS-Klasse (direkt oder indirekt) nicht in die Prüfsumme der einzelnen Leistung ein, seither tut sie es; davor waren es Datum, Zeit beziehungsweise Menge, Pause und Tätigkeit. Das ist keine Formalie, sondern genau die Angabe, die man zum Nachrechnen braucht: Wer eine vor diesem Tag entstandene Prüfsumme mit der heutigen Feldliste nachrechnet, bekommt einen anderen Wert — nicht weil an den Daten etwas verändert wurde, sondern weil die Formel eine andere war. Eine solche Abweichung ist deshalb kein Manipulationsverdacht. Nachgerechnet wird mit der Feldliste, die zum Zeitpunkt der Unterschrift galt; der Zeitpunkt steht am Vorgang. Ihre Gültigkeit verlieren ältere Siegel dadurch nicht: Die Prüfsumme ist ein Abdruck des Vorgangs, die laufende Kontrolle leistet die Entwertung, und die greift bei jeder dieser Leistungen ab sofort auch auf die FLS-Klasse. Auf der Ebene des Monatsnachweises hat sich die Feldliste nicht geändert.
Ergänzend gelten: GoBD-Festschreibung von Rechnungen (Stornokette statt Löschung), MiLoG-Festschreibung der Arbeitszeiten 7 Tage nach dem Arbeitstag, durchgängiges Änderungsprotokoll mit verketteten Prüfsummen. Ein Freigabe-Link ist 30 Tage gültig und lässt sich vom Träger jederzeit ersetzen; der zuvor verschickte Link ist danach ungültig, eine bereits erteilte Gegenzeichnung bleibt erhalten.
Fragen zur Prüfung? kontakt@lotsana.de