Einarbeitungsplan Schulbegleitung: die ersten sechs Wochen entscheiden
Schulbegleitkräfte springen selten ab, weil die Arbeit zu schwer ist. Sie springen ab, weil sie am ersten Tag allein in eine fremde Schule geschickt wurden, ohne zu wissen, was von ihnen erwartet wird und wen sie fragen dürfen. Ein Einarbeitungsplan kostet eine halbe Stunde Vorbereitung und entscheidet über die ersten sechs Wochen. Hier steht, was hineingehört; die Checkliste als Word-Datei gibt es unten.
Stand: August 2026 (Quellen abgerufen am 05.08.2026, verlinkt an der Aussage und am Seitenende). Arbeitshilfe, keine Rechts- oder Personalberatung. Welche Nachweise in deinem Fall zwingend sind, hängt von Einsatzort, Bundesland und Kostenträger ab.
Was vor dem ersten Tag vorliegen muss
Der erste Teil des Plans ist keine Willkommenskultur, sondern eine Zulassungsprüfung. Diese Punkte sind erledigt, bevor die Kraft ein Kind sieht:
- Erweitertes Führungszeugnis. Nach § 72a SGB VIII dürfen Personen, die wegen der dort aufgezählten Straftaten verurteilt sind, in der Kinder- und Jugendhilfe nicht tätig werden; die Einsichtnahme erfolgt über das erweiterte Führungszeugnis nach § 30a BZRG. Wichtig für die Personalakte: Gespeichert werden dürfen nur die Tatsache der Einsichtnahme, das Ausstellungsdatum und die Information über einschlägige Verurteilungen — nicht das Zeugnis selbst. Löschung spätestens sechs Monate nach der letzten Tätigkeit (§ 72a Abs. 5). Details im Ratgeber Erweiterte Führungszeugnisse verwalten.
- Masernschutznachweis. Für Tätige in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas gilt § 20 IfSG. Prüf, ob dein Einsatzort darunterfällt — die Antwort ist bei Schulbegleitung meistens ja.
- Schweigepflicht- und Datenschutzerklärung. Unterschrieben, nicht mündlich. Die Kraft arbeitet ab Tag eins mit Sozialdaten eines Kindes.
- Akte des Kindes gelesen. Besonderheiten, Absprachen, Notfallkontakte. Wer das erst am dritten Tag nachholt, erfährt Wichtiges im Ernstfall.
- Zugang zur Dokumentation und Zeiterfassung eingerichtet und erklärt. Nicht nur eingerichtet — erklärt. Sonst entsteht die Doku rückwirkend am Monatsende.
Was sonst noch an Nachweisen zusammenkommt (Qualifikation, Arbeitsvertrag, Nachweisgesetz), steht im Ratgeber Schulbegleitkraft einstellen: diese Nachweise brauchst du.
Woche 1: die Rollenklärung ist der wichtigste Punkt
In der ersten Woche gehören Vorstellung in Schule oder Kita, mindestens ein Tag Hospitation mit einer erfahrenen Kraft, Tagesdokumentation ab Tag eins und ein geklärter Rückfragen-Kanal auf den Plan. Der Punkt, der am meisten Ärger verhindert, ist aber ein anderer:
Woche 2 bis 4: eigenständig, aber nicht allein
- Eigenständige Begleitung mit täglicher kurzer Rücksprache. Fünf Minuten, nicht fünfzehn — aber täglich.
- Elternkontakt: Vorstellung und Erwartungsklärung. Wer diesen Termin auslässt, führt ihn später unter schlechteren Vorzeichen.
- § 8a-Ablauf und Vorkommnis-Meldung geschult. Eine neue Kraft muss wissen, wen sie anruft, bevor sie es das erste Mal braucht — siehe das § 8a-Ablaufschema.
- Erste Rückmeldung der Einrichtung einholen. Aktiv fragen, nicht abwarten. Kritik, die früh kommt, ist noch eine Anmerkung.
Nach sechs Wochen: das Gespräch, das nie stattfindet
Der Termin, den fast alle streichen, weil gerade Alltag ist. Er gehört fest in den Kalender:
- Feedbackgespräch mit der Leitung — beidseitig. Nicht nur „wie machen wir uns“, sondern auch „was fehlt dir“.
- Dokumentationsqualität prüfen. Konkret, wertfrei, vollständig? Jetzt ist Nachsteuern noch billig; nach einem halben Jahr steht ein Aktenbestand da, den niemand mehr aufräumt.
- Offene Fragen und Fortbildungsbedarf notieren. Daraus entsteht die Fortbildungsplanung, die im Konzept behauptet wird.
- Vertretungs-Hospitation: Eine zweite Kraft kennt das Kind. Der einzige Punkt auf dieser Liste, der im Krankheitsfall über Ausfall oder Weiterlauf entscheidet.
Der ehrliche Grund für den ganzen Plan: Fluktuation ist im Schulbegleitdienst teuer, weil jede neue Kraft beim Kind wieder bei null anfängt. Wer die ersten sechs Wochen organisiert, spart sich die Suche im nächsten Halbjahr — mehr dazu im Ratgeber Personalgewinnung für soziale Träger.
Vorlage „Einarbeitungsplan Schulbegleitung/Kita-Assistenz“ kostenlos per E-Mail
Word-Datei zum Anpassen: Kopf mit Name, Startdatum, Mentor/in und Einsatzort, dazu vier Abschnitte als Ankreuz-Checkliste — vor dem ersten Tag, Woche 1, Woche 2 bis 4 und nach 6 Wochen. Platzhalter für Trägername und Logo sind drin.
Klare Ansage statt Kleingedrucktem: Die Word-Datei kommt per E-Mail. Name und E-Mail eintragen, Bestätigungslink klicken, Download-Link ist da. Dazu bekommst du die Praxis-Serie „Kinderschutz in der Jugendhilfe“ und Infos zu Lotsana. Vorlage und Mails gibt es nur zusammen, deshalb ist der Haken Pflicht. Abmelden geht jederzeit mit einem Klick. Zeitpunkt und IP speichern wir als Nachweis der Einwilligung.
Fristen, die nicht in einer Checkliste stehen bleiben sollten
Lotsana ist neu, es gibt noch keine Referenzliste. Ob die Software hält, was hier steht, prüfst du am besten selbst — in den 30 Testtagen, ohne Zahlungsdaten. Die Preise stehen auf der Preisseite.
Weiterlesen
- Schulbegleitkraft einstellen: diese Nachweise brauchst du
- Checkliste zum Schuljahresstart
- Personalgewinnung für soziale Träger
- Vorlage: Leistungsnachweis Schulbegleitung
Quellen (abgerufen 05.08.2026)
- § 72a SGB VIII — Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen, Abs. 5 zu Speicherung und Löschung (gesetze-im-internet.de)
- § 30a BZRG — Antrag auf ein erweitertes Führungszeugnis (gesetze-im-internet.de)
- § 20 IfSG — Schutzimpfungen, Masernschutz für Tätige in Gemeinschaftseinrichtungen (gesetze-im-internet.de)
- § 8a SGB VIII — Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (gesetze-im-internet.de)
Stand: 5. August 2026. Arbeitshilfe, keine Rechts- oder Personalberatung. Ob ein Einsatzort als Gemeinschaftseinrichtung im Sinne des IfSG gilt und welche Qualifikation dein Kostenträger verlangt, ist im Einzelfall zu prüfen. Angaben ohne Gewähr.